DAS (UN)WICHTIGSTE AUS DER LEIPZIGER LAUFSZENE


MUSIK-LÄUFER
Das ließ sich Wolfgang Wittig auch diesmal nicht nehmen: am Rennbahnweg und damit so ziemlich genau auf der Hälfte der 5-km-Runde, baute er seinen Baldachin auf und sorgte nahezu fünf Stunden lang ununterbrochen für die musikalische Unrahmung des 3. Winter-Marathons. Und der ordentliche Professor im Fachbereich Informatik, Mathematik und Naturwissenschaften an der hiesigen HTWK, zudem seit mehr als 35 Jahren Läufer und daher mit allen Rennsteig- und Harzgebirgslaufwassern gewaschen, tat dies völlig freiwillig. „Leider klappt es bei mir aus gesundheitlichen Gründen derzeit nicht mit dem Laufen, aber so kann ich mich hoffentlich ein wenig nützlich machen.“ Das sahen nicht nur die beiden mitlaufenden Trios der SG LVB, seines eigenen Vereins, so, sondern Lob kam von allen Seiten. „Da geht so eine Runde gleich viel schneller vorüber“, war der einhellige Tenor der 86 Dreier-Teams.
(24.01.12)
FAMILIEN-LÄUFER
Ganz in Familie bei Wettkampf dabei zu sein – für die Steinmeyers von der SG Olympia 1896 Leipzig immer eine willkommene Sache. Am Sonnabend zum Stadtcross bei MoGoNo war es mal wieder so weit, dass terminlich alles unter einen Hut passte. „Das ist bei meinem Jon als Pressesprecher der Sparkasse Leipzig mitunter gar nicht so leicht“, wie Papa Frank Steinmeyer zu berichten wusste. Als M50er hatte er mit 10 km die längste Strecke zu absolvieren, während Mama Constanze Woigk bei den Frauen über 6,7 km an den Start ging. „Die Konkurrenz war indes so stark, sodass für uns beide jeweils nur die letzten Plätze in unserer Altersklasse übrig blieben“, war die 47-Jährige aber keineswegs enttäuscht. Alles heraus riss jedoch Filius Leonard, der den Wettbewerb über 800 m bei den Sechsjährigen klar gewann
(22.10.11)
SCHNELL-LÄUFER
Er war der Allerletzte der knapp über 700 Teilnehmer, die sich am Sonntag pünktlich um 10 Uhr in der Straße am Sportforum gen Innenstadt auf den Weg machten. Dabei ist Daniel Thomser beileibe kein Anfänger, kann seine Kräfte gut einteilen bereits auf fünf erfolgreich absolvierte Marathonläufe zurückblicken. „Ich wollte mich ganz einfach aus dem großen Gewühl heraushalten und quasi das Feld von hinten aufrollen.“ Was dem 35-Jährigen, der ansonsten im Westsächsischen Symphonieorchester Klarinette spielt, auch gelungen ist: immerhin Platz 209 unter 687 Finishern. Und auch Partnerin Fumiko Takano, diesmal als Zuschauerin am Rande der Strecke dabei, war mit ihrem Daniel hochzufrieden: „3:30:56 Stunden im Marathon, das wäre eine Traumzeit für mich!“
(24.04.11)
WINTERZEIT-LÄUFER
Am Wochenende waren wir Mitteleuropäer bekanntlich dazu angehalten, die Uhren eine Stunde vorzustellen. Und doch gibt es immer wieder Zeitgenossen, die dieses Ritual schlichtweg vergessen. Zwei prominente Vertreter waren jüngst Eveline Falkenhagen und Wolf-Dieter Tomczak vom SV Ost. Für den Handicaplauf an der Mühlwiese hatten sie sich korrekt vorangemeldet und erschienen am Sonntag pünktlich 10.30 Uhr, um sich wiegen und messen zu lassen. Doch stattdessen erlebten sie, wie sich die Konkurrenz bereits auf die Socken machte. „Wir waren am Sonnabend bis nach Mitternacht zum ´Tanz in den Frühling´ in der Nonnenstraße, haben dann schön ausgeschlafen und das Umstellen unserer Uhren völlig verschwitzt“, war ihre einfache Erklärung ob dieser unfreiwilligen Wettkampfabstinenz, „aber das wird uns ganz sicher nicht noch einmal passieren.“
(31.03.11)
KAISER-LÄUFER
Neben kleinen Sachpreisen gab es für die Sieger beim 9. Frühlingslaufes des BSV AOK auch bunte Primeltöpfchen. Was jedoch die wenigsten wussten: sie stammen aus dem Hause Blumen-Kaiser aus Stötteritz. Und Chef Frank Kaiser, bisher läuferisch kaum in Erscheinung getreten, hat so ganz nebenbei ein neues Hobby entdeckt: das Laufen. Bei allen drei Stadtranglistenläufen gab der 40-Jähige bisher erfolgreich seine Visitenkarte ab. Aktiv begleitet wurde er dabei von den Töchtern Saskia (Jahrgang 2000) und Luisa (Jahrgang 1998), die als gelernte Schwimmerinnen beim SV Automation heimisch sind. Aber weil bei ihnen ohnehin viel Athletik und Laufen auf dem Trainingsplan steht, war es bis zur Fraktion der Läufer eigentlich nur ein kleiner Schritt. „Heute musste Saskia ihre 5 Kilometer allerdings allein abspulen, denn Luisa war bei einem Schwimmwettkampf in Grimma aktiv“, wusste Mutti Kerstin Papke zu berichten, und wenn beide mal wieder etwas Abwechslung brauchen, zieht sie es zum Kletterturm nach Mockau!“
(24.03.11)
FAMILIEN-LÄUFER
Was machen Skiläufer in der schneefreien Zeit? „Natürlich in erster Linie laufen, und das möglichst bei gut organisierten Wettkämpfen wie beispielsweise dem Messepokallauf“, war Carolin Naumann vom Leipziger Skiclub um eine plausible Antwort nicht verlegen. Bei ihrem ersten Stadtranglistenlauf überhaupt belegte sie in ihrer Altersklasse W35 auf Anhieb Rang zwei und war damit überaus zufrieden. Noch besser schlugen sich indes die Söhne Jan-Niklas (Jahrgang 1999), der bei den Schülern B gewann und in diesem Wettbewerb nur dem drei Jahre älteren Spezialisten Max Draschner (Schüler A) den Vortritt lassen musste. Bruder Paul-Lukas (1998) belegte mit gerade einmal einer halben Minute Rückstand hier Rang zwei. „Und nicht nur nebenbei spielen die beiden ja auch noch Fußballer bei der SG Rotation 1950“, berichtet Papa und Betreuer Michael Naumann stolz, „und wir lassen ihnen auch freie Wahl, wofür sie sich später einmal entscheiden.“
(16.03.11)
DAUER-LÄUFER
„Es sind doch eh` immer die gleichen, die vorn sind“, raunte das laufende Fußvolk, als Christian Brendecke als letzter der drei Sonntagslauf-Veranstalter die Jahresauswertung 2010 auf der Mühlwiese (vierter Sonntag im Monat) vornahm. „Weit gefehlt“, konterte der Laufgruppenleiter der gastgebenden SG Olympia 1896, konnte er doch mit Steffi Pörschmann (110 km), Karin Holke (105 km) und Angela Brendecke (100 km) zumindest zwei „neue“ Gesichter an der Spitze der Frauen-Rangliste ehren. Und mit Achim Creutzmann (115 km), der wenige Tage zuvor seinen 60. Geburtstag feierte, verweis ein weiterer „Neuling“ die gestandenen Gerhard Hedrich (100 km) und Dietmar Knies (95 km) in der Wertung der Männer auf die Ehrenplätze.
(23.01.11)
DEBÜT-LÄUFER
Wann hat man schon einmal einen Abgeordneten des Sächsischen Landtages in der Starterliste eines Stadtranglistenlaufes? Doch am letzten Sonnabend war es soweit – der knapp 50-jährige Volker Külow gab beim 20. Sonnenwendlauf der SG Olympia 1896 auf der Mühlwiese erstmals seine Visitenkarte ab. Bereits Anfang des Monats hatte er mit einigen Getreuen „Linksfüchsen“ erfolgreich beim Leipziger Firmenlauf teilgenommen. Und auch diesmal war in seinem straffen Terminkaleder noch eine Lücke frei – „also auf ins Rosental zur vorzeitigen Sonnenwende“. Doch die 15 km wurden für ihn zu einem wahren Härtetest, musste er doch zu seiner großen Überraschung gleich dreimal die Anhöhe zum so genannten Rosentalhügel erklimmen. Er tat dies mit Bravour, doch mehr als ein letzter Platz in seiner Altersklasse sprang für den gelernten Historiker nicht heraus. „Da muss ich bis zu meinem Halbmarathon-Debüt im Herbst wohl noch ein wenig üben“, gab er sich im Ziel indes schon wieder kämpferisch.
(30.06.10)
GEBURTSTAGS-LÄUFER
Nostalgie pur am Wochenende in Holzhausen, denn einer der Nestoren der Leipziger Laufszene und des Leipzig-Marathon feierte seinen 70. Geburtstag: Frank Gottert, ehemaliger Leistungssportler beim ASK Potsdam mit einer Marathonbestzeit von 2:21:15 und mit seinen Brüdern Klaus und Steffen das seinerzeit wohl weltschnellste Läufertrio auf dieser Distanz. Man erinnerte sich an gemeinsame Dauerläufe mit Gerhard Fischer, Uli Heilfort, Thomas Hünsch, Didi Knies, Jockel Lange und Thomas Reißner am Luppedamm bis zur Autobahn oder die vielen Runden auf der Dammkrone des Zentralstadions (als dies noch möglich war) und der Nordanlage, an die legendären Trabbifahrten zum Rennsteiglauf und natürlich die 34 Marathons, die man seit dem Jahre 1977 unter der Obhut des unverwüstlichen Heinrich Hagenloch und den Läuferfrauen organisiert hat. Zahlreiche ältere Plakate und andere diverse Marathonutensilien wie Aufkleber, Startnummern, Fotos und Ergebnishefte, die am Abend der staunenden Gästeschar präsentiert wurden, zeugten zudem von der ungebrochenen Liebe des Jubilars zu seinem Lebenselixier, dem Laufen und Organisieren – und Feiern.
(02.06.10)
RENNSTEIG-LÄUFER(IN)
„Wenn wir alle gesund bleiben, sind wir natürlich auch im kommenden Jahr wieder mit dabei“, war im Mai 2009 die Maxime der Leipziger Dauerläufer auf dem Rennsteig. Und sie haben es am 8. Mai zur 38. Auflage des traditionellen Laufes auf dem Thüringer Kammweg tatsächlich wahr gemacht und ihre Serien um ein weiteres Jahr verlängern können. Allen voran die 65-jährige Gabriele Ulbrich, die mittlerweile auf 31 ununterbrochene Teilnahmen auf der 43,5 km langen Marathonstrecke verweisen kann. Auf 33 Teilnahmen, allerdings nicht am Stück, brachte es Felix Fache (68), der den Supermarathon über 72,7 km bevorzugt. Für Reiner Schwotzer (71) und Wolfgang Wittig (62) schließlich stehen seit dem Wochenende 32 erfolgreich absolvierte Läufe im Marathon bzw. Halbmarathon zu Buche. Davon ist Vorjahressiegerin Kerstin Schumann, die diesmal bekanntlich auf Rang zwei einkam, noch meilenweit entfernt. „Doch mein großer Respekt gehört all denjenigen, die sich über so viele Jahre fit gehalten haben und immer wieder der Faszination Rennsteiglauf erlegen sind.“
(10.05.10)
JUBILÄUMS-LÄUFER(IN)
Am 6. Oktober 1979 war`s, als der damalige Stadtfachausschuss Leichtathletik den 1. Auewaldlauf austrug. Immerhin vier der damals Beteiligten fanden sich am Wochenende an gleicher Stelle auf dem LVB-Sportplatz an der „Neuen Linie“ wieder ein, um der nunmehr 30. Auflage dieses Klassikers ihre Reverenz zu erweisen. Während Wolfgang Wittig (61) nun schon seit vielen Jahren für die Auswertung verantwortlich zeichnet und Georg Neumann (71) die mitlaufende Ehefrau Anni (ebenfalls 71) sowie Frank Gottert (69) den Neffen Matthias Uhlig (50) betreuten, reihte sich Peter Schirbel (70) als einziger ins Starterfeld über 10 km ein. Damals maß man auf einer 15 bzw. 30 Kilometer langen Strecke seine Kräfte, heute geht es über 10 und 20 km nicht minder engagiert zur Sache. Nur Karl-Heinz Koch (66), im Jahre 1979 ebenfalls mit dabei, war ein wenig traurig, dass er dem Jubiläumslauf fern bleiben musste – eine starke Erkältung hatte ihn ans Bett gefesselt.